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Seit vielen Jahren leben und arbeiten Christen aus unseren beiden getrennten Kirchengemeinden auf vielen Feldern selbstverständlich zusammen. Nicht zuletzt sind es die caritativen und diakonischen Dienste für Menschen in Notsituationen, die uns näher zusammenrücken lassen.

Der nüchterne und wache Blick auf unsere gegenwärtige Zeit zeigt uns, daß sie das glaubwürdige gemeinsame Zeugnis von uns Christen braucht. Wir können und dürfen uns nicht länger - um Christi und der Menschen willen - den Skandal der Spaltung in Kirche und Glauben leisten.

Dennoch brauchen wir im ökumenischen Alltag Geduld miteinander. Wir wollen als Gemeinden vor Ort nicht so tun, als stünden wir schon kurz vor der Einheit der katholisch und der reformatorisch geprägten Christenheit. Wir sehen die derzeitigen Grenzen in der Ökumene (z.B. in der zentralen Frage der Eucharistiegemeinschaft und des Amtsverständnisses) und vertrauen zugleich auf das Feuer des Heiligen Geistes, der nicht alles beim Alten lässt und das Angesicht der Welt und auch seiner Kirche erneuern wird. Was uns immer tiefer zusammenführt und uns – Gott sei Dank – nie getrennt hat, das ist das Band der einen Taufe, der Heiligen Schrift und des Bekenntnisses unseres Glaubens: das ist mehr als das, was uns noch trennt.


Ermutigt durch diesen gemeinsamen Glauben und durch eine langjährige geschwisterliche Zusammenarbeit haben wir auf der Grundlage der Charta Oekumenica eine ökumenische Vereinbarung formuliert, mit der wir Christen uns hier in der Stadt und in den Dorfgemeinden für eine noch intensivere Zusammenarbeit in Pflicht nehmen.

 

In dieser Vereinbarung heißt es u.a.:

oeku_gottesdienst„Im ökumenischen Miteinander ist es wichtig, die geistlichen Gaben der verschiedenen christlichen Traditionen kennen zu lernen, sich davon bereichern zu lassen und so voneinander zu lernen. Daher verpflichten wir uns, das Leben unserer Gemeinden auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Arbeitsbereichen kennen zu lernen, einander zu den jeweiligen Gottesdiensten und Veranstaltungen einzuladen sowie regelmäßige Begegnungen zu vereinbaren. Wir wollen Selbstgenügsamkeit überwinden und mögliche Vorurteile beseitigen, die Begegnung miteinander suchen und füreinander da sein. Wir bemühen uns weiter, auf allen Ebenen des kirchlichen Lebens gemeinsam zu handeln, wo die rechtlichen und tatsächlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind und nicht Gründe dem entgegenstehen.“