Kirche in Pfullendorf:

LEVI

LEVI

Visitation nach LEVI: Grundinformation zur Visitationspraxis

Das Kirchenrecht von 1983 sieht vor, dass Pfarreien (Seelsorgeeinheiten) alle fünf Jahre visitiert werden (vgl. Codex des kanonischen Rechtes CIC Can.396-399).

Was ist LEVI? Das Visitationsverfahren LEVI steht für: Lernen, Entwickeln, Vereinbaren, Inspirieren. Hinter dem Namen steht eine Haltung und Kultur und das Kirchenverständnis des 2. Vatikanischen Konzils. Der Name verbindet sich von der Bibel her zentral mit der biblischen Gestalt des LEVI, der sich vom Ruf Jesu ansprechen lässt, sein Leben neu bedenkt, Altes zurücklässt und neue Schritte wagt (vgl. Lukas 5, 27-32). Das Freiburger Programm zur Visitation und Gemeindeentwicklung LEVI (im Jahr 2012 eingeführt) ist die verbindliche Grundlage für die Visitationspraxis in der Erzdiözese Freiburg. Es wurde in Anlehnung an bereits bestehende Systeme zur Qualitätsentwicklung und -sicherung erstellt (vgl. EFQM-Modell der europäischen Stiftung für Qualitätsmanagement).

LEVI gehört zu den Leitungsinstrumenten des Erzbistums (neben den Diözesanen Leitlinien, Leitbild, Pastoralkonzeption, Zielvereinbarungsgespräch). Es hat dienende Funktion für die pastorale Arbeit vor Ort.

Warum LEVI? Das Programm LEVI dient der Standortbestimmung und Weiterentwicklung kirchlicher Gemeinden. Das LEVI-Programm hilft, sich der Vielfalt innerhalb der Seelsorgeeinheit bewusst zu werden, Stärken und Schwächen transparent zu machen und Weichen für die Zukunft zu stellen. Immer wieder gilt es dabei, am Evangelium Maß zu nehmen und das, was die Menschen heute brauchen, in den Blick zu nehmen. Das LEVI-Programm hilft den Seelsorgeeinheiten konkret dabei, die Visitation durch den Dekan bzw. das Visitationsteam vorzubereiten.

Wie geht LEVI? Ein "Selbstbewertungsteam" (ca. 7-12 Personen), bestehend aus einzelnen Vertretern von Seelsorgeteam, PGR, Stiftungsrat und weiteren Ehrenamtlichen der SE nimmt zunächst in einigen intensiven Treffen eine "Selbstwahrnehmung"/"Selbstbewertung" vor und erstellt dazu einen "Selbstberwetungsbericht". Im Zentrum steht dabei die Überprüfung des eigenen Tuns mit Hilfe der 10 LEVI-Qualitätskriterien des "LEVI-Kriterienkatalogs" (2017 gründlich überarbeitet). Auch die Anregungen des letzten Visitationsberichts sind nochmals in den Blick zu nehmen. Zur Selbstbewertung kommt dann bei der Visitation selber die "Fremdwahrnehmung"/"Fremdbewertung" und "Rückmeldung durch das Visitationsteam" (Feedback) hinzu. Sie wird dann nach der Visitation im ausführlichen Visitationsbericht des Visitationsteams der Seelsorgeeinheit zur Verfügung gestellt. Dort werden auch die Anliegen des Ordinariates mit aufgenommen. Die Visitation der Seelsorgeeinheiten im Auftrag des Erzbischofs ist Aufgabe der Dekane bzw. des Dekanatsleitungsteams (insbesondere Dekan und Dekanatsreferent).

Der Dekanatsreferent ist für die Einführung und Schulung des Selbstbewertungsteams verantwortlich. Bei der Visitation ist er Teil des Visitationsteams.

Links: www.erzbistum-freiburg.de/html/levi/html. bzw. www.dekanat-sigmaringen-messkirch.de.

Gez. Frank Scheifers, Dekanatsreferent, 1/19

 

 

Zurück zur Übersicht