Kirche in Pfullendorf:

Liebe Gemeindemitglieder,

die Fußball-EM fesselt Millionen von Menschen in Europa.  Ich verfolge die EM mit großem Interesse. Mein Wunschfinale ist Deutschland gegen Portugal. Hier muss ich ehrlich bekennen, dass zwei Herzen in meiner Brust schlagen. Für jede Mannschaft heißt es, am Ball zu bleiben. Am Ende gibt es nur einen Sieger, der den Europapokal nach Hause bringen kann. Wir werden sehen.
Am Ball bleiben ist ein schönes Bild, das nicht nur für den Fußball Bedeutung hat. Es kann auch auf unser Leben übertragen werden. Auch hier müssen wir am Ball bleiben. Sei es am Arbeitsplatz, in der Schule, daheim in der Familie, unter Freunden, in der Freizeit und in den Vereinen. Am Ball bleiben bedeutet, dass uns das, was wir tun, wirklich wichtig ist und dass es uns am Herzen liegt. Das spüren dann auch die Menschen um uns herum. Am Ball bleiben ist auch ein sehr treffendes und aussagekräftiges Bild für die Kirche, für alle, die sich hier einbringen und das Tag für Tag. Das meiste davon geschieht im Hintergrund und steht nicht im Rampenlicht, wie vieles andere im Leben auch.
Die Kirche ist zum Stein des Anstoßes geworden und macht ziemlich viele negative Schlagzeilen. Es vergeht kein Tag, an dem nicht von ihr berichtet wird und davon ist der Großteil der Nachrichten eher unerfreulich. Viele haben resigniert, aufgegeben und sind ausgetreten. Doch Austritt ist kein Ausweg. Nicht austreten, sondern auftreten. Auch hier gilt es, am Ball zu bleiben und ihn nicht wegzuwerfen. Wir dürfen nicht locker lassen in unserer Kirche. Wir müssen uns einbringen und unsere Stimme erheben! Das, was uns wichtig ist, den Verantwortlichen der Kirche mitteilen, auch wenn sie das nicht hören und verstehen wollen. Wir müssen uns für Veränderungen in der Kirche stark machen. Nur was sich ändert, hat Bestand und Zukunft. Leben bedeutet Veränderung und Fortschritt.
Dasselbe gilt auch für die Kirche. Sie kann niemals stehen bleiben. Sie entwickelt sich weiter, weil wir Menschen neue Erfahrungen machen und Erkenntnisse gewinnen. Wenige in unserer Kirche haben nicht das alleinige Entscheidungsmonopol. Kirche das sind wir alle. Wir spielen und entscheiden mit. Es gilt die Zeichen der Zeit zu erkennen und wahrzunehmen. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit! Das gilt besonders für diese Kirche, wie sie sich gegenwärtig gibt. Wenn sie nur im Abseits steht und nur abwehrt, kommt sie nicht weiter und bleibt auf der Strecke und scheidet aus, weil die Gläubigen das nicht mehr mitmachen wollen. Lassen wir nicht locker.

Bleiben wir weiterhin am Ball.


Ihr Pfarrer


Martinho Dias Mértola

 

 

Martinho Dias Mértola
Pfarrer